bookingtextbuero.de

Simone Hofmann

Was in keine Kultur-Schublade passt.

Viel zu oft, wenn es um Kulturprogramme geht, denken wir (leider) in Schubladen: Kabarett, Comedy, Musik-Kabarett, Chanson, Musik, Literatur, Hip-Hop, Lyrik. Und alles ist irgendwie Kleinkunst. Was in keiner Schublade steckt, ist für Veranstalter und Publikum oft schwer greifbar. Da hilft nur einlassen und reinhören. Oder noch besser: reinfühlen. Denn nicht alles gehört schubladisiert. Roger Stein z.B. schafft mit seinem Programm “Lieder ohne mich” Gegensätze ab. Er präsentiert pure Heiterkeit in Gemeinschaft mit tiefster Melancholie. Er ersetzt live eine ganze Band und agiert zugleich vollkommen selbstlos und uneitel.

Der Songpoet schreibt Texte, die man mit dem Herzen sofort zur Gänze erfasst und die zugleich dem Hirn immer wieder neuen Denkstoff geben. In seinem Programm vereint er stilistisch Pop, Chanson, Hiphop, Klassik und Rock, und dennoch wird all das kein Crossover, sondern eine ehrliche Vereinigung.

Er erzählt Gedichte, spielt ebenso virtuos auf dem Klavier wie mit seinem elektronischen Zubehör: Alles ist live, alles ist leicht, nichts ist ernst und dennoch ist alles wahr und hart. Roger Stein ist Poetry Slam mit Musik und Popkonzert mit Literatur, er ist Liebesschnulze und literarisches Chanson, er ist Kabarett und Stilkritik und er ist Hiphoper mit Tiefsinn. Und er ist zu groß, um ihn in eine Schublade zu stecken. Also lassen Sie sich einfach darauf ein.

Oder wie Roger Stein es als Autor des Wortfront-Songs „Die Anderen“ ausdrückte: „Im Grunde hab’n wir wenig Feinde, die uns attackieren. Aber einen Haufen Freunde, die uns falsch schubladisieren.“

Die CD „Lieder ohne mich“ zum gleichnamigen Programm erscheint übrigens am 27. September 2013 beim „Sturm und Klang“ Label von Konstantin Wecker.

start_lieder_ohne_mich

 

Schreibe einen Kommentar